LIEBE KINOFREUNDE,

neben Südkorea und Indien wird die Türkei als eines von drei Ländern gelistet, in dem einheimische Filme höhere Zuschauerzahlen fi nden als globale Box Offi ce-Hits. In den letzten Jahren hat sich am Bosporus eine Filmindustrie entwickelt, in deren Fahrwasser der schon immer prestigeträchtige türkische Autorenfi lm neue Chancen bekommt.

Das türkische Arthauskino steht auf internationalen Festivals im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, wie nicht zuletzt der „Goldene Bär“ für Semih Kaplanoğlus „Honig (Bal)“ auf der letzten Berlinale zeigt. Zum nunmehr 8. Mal zeigt die Türkische Filmwoche Berlin eine Mischung aus Komödie, Drama und Tragödie, zeigt, wie sich türkische Filmemacher ihrem Land zwischen Unterhaltung, Autorenkino und politischem Film nähern.

Dieses Jahr stehen persönliche Geschichten im Vordergrund, die von verbotenen Liebschaften, Freundschaften, kleinen Sehnsüchten, großen Träumen und anderen Herzenssachen berichten. Vor dem Hintergrund kontrovers diskutierter Fragen nach religiösen, ethnischen und sozialen Identitäten geht es um die Details zwischenmenschlichen Miteinanders, oft unterfüttert von subtiler Ironie, manchmal auch burleskem Witz, manchmal kühler Analyse. Das türkische Kino gibt sich heute so vielfältig wie noch nie - von behutsamen Inszenierungen, in deren atmosphärisch dichten Portraits von Stadt, Land und Leuten sich der Zuschauer aufgehoben fühlt, über rasante Komödien bis hin zu nachdenklichen oder bewußt kantigen Refl ektionen, von ausgeklügelten Bilddramaturgien bis zur Fernseh-Soap.

So nimmt die Türkische Filmwoche Berlin ihr Publikum erneut mit auf die Reise durch eine Gesellschaft, die sich in ständiger Bewegung befi ndet – von der Bosporus-Brücke, die Europa mit Asien verbindet, über ostanatolische Dörfer bis in die voll gestellte Wohnung eines kauzigen Sammlers. Einige der Filme wurden mit deutschen Produzenten koproduziert. Beide Länder haben ihre Zusammenarbeit im Filmbereich in den letzten Jahren intensiviert, ein Verdienst nicht zuletzt von Veranstaltungen wie den „Deutsch-türkischen Koproduktionstreffen“, die seit letztem Jahr vom Filmboard Berlin-Brandenburg initiiert werden. Für diese Initiative wird Kirsten Niehuus, Geschäftsführerin des Bereichs Filmförderung beim Medienboard, mit dem zweijährig vergebenen Ehrenpreis der Türkischen Filmwoche Berlin ausgezeichnet.

In Berlin gehen wir indes an die Schulen. In einem Pilotprojekt mit des Schöneberger Rückert-Gymnasium zeigen wir einen Film aus dem Programm in der Schule, moderiert und diskutiert von den Schülern. Wir wünschen allen Zuschauern, Filmschaffenden und Beteiligten schöne, anregende Kino-Erlebnisse.

Ihr Team der Türkischen Filmwoche Berlin


IN GOTTES NAMEN // TAKİYE//Eröffnungsfilm




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